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Das Widder-Zeichen ist eine ziemlich unmittelbare
und übereinstimmende Entsprechung zum Planeten Mars, so wie wir ihn von seiner Dimension
des »ungestüm Vorwärtsdrängenden« her kennen. Die marsische Kraft als Arbeitsleistung
und als Verteidigung der gesellschaftlichen Werte entspricht andrerseits weniger dem
Widder-Zeichen, sondern viel eher der Skorpion-Komponente. Daraus können wir auch
schliessen, dass Mars-Stellungen in einem Yang-Zeichen eher zu einer widdermässigen
Ausprägung führen werden, während solche in einem Yin-Zeichen durchaus Züge der
defensiven Mars-Entsprechung beinhalten, wie wir sie über das Skorpion-Zeichen erfahren.
Der Widder ist sehr urtümlich und syrnbolisiert eine noch unverfeinerte Energie, welche
spontan zum Ausdruck kommt. In diesem Sinne ist er ein zodiakales Symbol der
Aggressionskräfte. Im Normalfall handelt es sich dabei jedoch um eine sehr gesunde, weil
unmittelbare Aggressivität, die natürliche Aggressivität nämlich, die wir oft im
nachhinein wieder erlernen müssen, wenn wir es durch zuviel Anpassung (Waage oder
Steinbock-Zeichen, zodiakal im Spannungsaspekt zum Widderzeichen) verlernt haben, uns nach
unserem Anlageplan zum Ausdruck zu bringen. Dann müssen wir wieder lernen zu sagen »ich
will« und damit in einem zweiten Anlauf eben diese Qualitäten erlernen, welche das
Widder-Zeichen hervorragend meistert.
In seiner unverfälschten Form ist der Widder absichtslos. Er handelt ganz einfach, um
seine überschüssigen Energien loszuwerden. Was ihm auch immer als Reizziel
entgegentritt, kann sich für seine Entladungen eignen. So nimmt der Widder auch gerne
anderen gegenüber eine leitende Rolle ein. Diese ist je- doch weniger vom Bedürfnis
geprägt, Macht auszuüben, als vielmehr davon, sich selbst sein und bleiben zu können.
Wie gut er sich in der Gemeinschaft mit anderen verwirklicht, wird somit davon abhängen,
ob er die Fähigkeit entwickelt, seine Umwelt wahrzunehmen, sich andere anzuhören und
ihre Bedürf- nisse mit zu berücksichtigen (die Qualitäten des Gegenzeichens Waage). Ist
er dazu nicht bereit, so wird er zum Rückzug auf sich selbst und damit zur zunehrnenden
Isolation gezwungen werden. Es ist gerade seine Fähigkeit, mit Konfrontationen als
Ausdruck des marsichen Prinzips umzugehen, welche darüber entscheiden wird, wie gut er
sich in unserer Gesellschaft durchsetzt.
Anpassung sollte zumindest dort vorhanden sein, wo er sich das nötige Rüstzeug aneignen
muss, um damit später auf effiziente Weise seine persönlichen Bedürfnisse zum Ausdruck
zu bringen. Dazu wird er Geduld lernen rnüssen. Eine bewältigte Widder-Thematik
bedeutet, soviel Sensitivität für das, was um einem herum geschieht, entwickelt zu
haben, dass man weiss, in welchem Moment man vorangehen kann. Bis zum Zeitpunkt, wo er
dies gelernt hat, wird der Widderbetonte seine Energie in vielen, scheinbar nutzlosen
Auseinandersetzungen mit anderen über einen Bumerang-Effekt, der darin besteht, dass
Aggression Gegenaggression auslöst, oft unliebsam kennengelernt haben.
Erfolgen solche Konfrontationen schon sehr früh in der Kindheit, so kann sich auch der
Typus des Wolfs im Schafspelz herauskristallisieren. Dies tritt in- folge des
Erziehungsdrucks bei Mädchen besonders oft zu Tage. Ein widderbetontes Mädchen mag
nämlich in der Kindheit erleben, dass vieles von dem, was ihm Freude macht - wie
beispielsweise: wild sein dürfen, und an Knabenspielen Spass haben - von den Eltern
systematisch bekämpft und unterdrückt wird. In diesem Falle mag es sich dazu
entschliessen, sich äusserlich anzupassen und sein Bedürfnis nach Spontaneität zu
unterdrücken. Die Aggressivität wandert in einem solchen Falle nach innen, und das
Resultat ist der Entsprechung des defensiven Marses, wie wir ihn im Zusammenhang mit dem
Skorpion kennen, ähnlich er, als der des Widders. Diese Person mag erst später, in einem
zweiten Anlauf ihre impulsiven und spontanen Seiten zurück erlangen und zum Ausdruck
bringen. Dies wird vielleicht erst nach intensiven Auseinandersetzungen mit einem
marsischen, männlichen Partner geschehen, den sie sich damals gerade deshalb ausgesucht
hatte, weil er das zum Ausdruck brachte, was sie selbst verdrängte.
Im Gegensatz dazu hat ein widderbetonter Knabe im allgemeinen weniger Probleme seinen
Neigungen gemäss zu leben, weil die Umwelt die Durchsetzungskomponenten bei einem Mann
eher erwartet und damit auch fördert. Er gilt dann als ausgesprochen männlich und passt
damit meist gut in die Rolle, die ihm von den Eltern zugedacht wird.