STIER              Die Venus              2.Haus                              Zurück zum
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Der Stier ist die zodiakale Entsprechung zur Yin-Venus, das heisst, zur passiven Form des Venus-Prinzips. Von der zodiakalen Entwicklung her betrachtet, können wir im Stierzeichen, nach der Identitätsfindung im Widder, das Erlebnis der Substanz, der Materie und des eigenen Körpers erkennen. So entwickelt der Stierbetonte eine starke Verbundenheit mit der Natur und dem Organi- schen. Die Venus wirkt sich hier vor allem im Sinne des Geniessens und des Empfindens, sowie des Berührens aus. Grundsätzlich ist die Venus ein Prinzip, welches Verbindung und Beziehung sucht. Die Verbindung wird hier auf eine sehr urtümliche Art erlebt, eher im Sinne eines sich Einverleibens des Andersartigen, als des gleichberechtigten Austausches zwischen zwei Ganzheiten. Das, was er liebt und mit Wert besetzt, wird der Stierbetonte auch haben wollen. Daher kommt die häufige Assoziation des Stierprinzips mit dem Thema des Besitzes. Dies ist jedoch nur eine abgeleitete Entsprechung, gültig für eine Zivilisation, in der Sinnlichkeit und passives Geniessen, im Vergleich zum Prinzip des Handelns und der Veränderung, abgewertet werden. Wenn Genuss und Sinnlichkeit keine Werte sind, mit denen er sich identifizieren darf, wird der Stier kompensatorisch zum Besitzgierigen. Das Streben nach Besitz über das hinaus, was man tatsächlich braucht, tritt dann auf, wenn Eigensubstanz und Selbstwert in einer Kultur keine anerkannten Masstäbe darstellen.

Im Stierzeichen ist gemäss der Tradition der Mond erhöht. Dies würde eine Verbindung nicht nur mit den Yin-Qualitäten allgemein, sondern auch mit dem Verdauungsprinzip nahelegen. Die Stierkomponente bereitet diesen Prozess biologisch vor, indem der Stier das orale Prinzip, also jenes, der Nahrungsauf- nahme-, verkörpert. Seine Fähigkeit, Inhalte aufzunehmen und der Nahrung - sei diese nun körperlicher, seelischer oder geistiger Art - das für ihn Brauchbare zu entnehmen und zu verwandeln, macht ihn - ähnlich wie das Krebszei- chen - zu einem Symbol der Fruchtbarkeit. Am wohlsten wird er sich fühlen, wenn er sich als fruchtbaren Boden erlebt für Impulse, die von aussen auf ihn zukommen, und welche er auf ihre Tauglichkeit hin selektioniert. In diesem Sinne verkörpert das Stierzeichen eine mütterliche Form der venushaften Erotik, welche - im Gegensatz zum Waageprinzip - der Fruchtbarkeit der Natur sehr nahe steht. Alte Mythen berichten auch von Liebesgöttinnen, weiche gleichzeitig Erdgöttinnen waren und damit über die Fruchtbarkeit des Bodens herrschten. Es ist auch leicht zu beobachten, wie Stierbetonte nicht nur eine sinnliche, sondern - über ihre Ruhe - auch eine mütterlich-beschützende Ausstrahlung haben. Im typischen Falle ruht der Stierbetonte in sich selbst. Er ist zufrieden mit dem, was er hat, geniesst dies und braucht wenig äusseren Zuspruch. Seine Ruhe verlässt ihn erst dann, wenn er in dem, was er zu seinem Revier gemacht hat, gestört wird. Dann kann er eine Härte und Verbissenheit zeigen, welche man sonst eher vom Gegenzeichen, dem Skorpion kennt.