Der Löwe |
Die Sonne | 5.Haus | Zurück zum Archiv |
Das Löwezeichen und eine starkgestellte Sonne im Horoskop haben eines gemeinsam: Beide wünschen sich eine soziale Stellung, im Rahmen welcher sie im Glanze ihrer Autorität erstrahlen können. Der Unterschied liegt allerdings darin, dass derjenige mit der stark gestellten Sonne sei dies nun über Achsennähe oder wichtige Aspekte sich diese Position durch eigene Arbeit und entsprechende Initiative erringen muss. Er muss lernen, Seiten seiner Persönlichkeit, welche dem widersprechen, entweder zum Schweigen zu bringen, oder besser noch, zu integrieren. Der Löwebetonte kommt jedoch auf die Welt mit der elementaren und in diesem Sinn etwas naiven Vorstellung, dass ihm die andern zufallen sollten, dass sie seine natürliche Autorität anerkennen müssen. Auf Anhieb gelingt ihm dies meist auch, sodass er es versäumen mag, sich an die Arbeit zu machen, um sich Fähigkeiten anzueignen, welche eine solche Stellung, wenn er aus dem Spielalter heraus ist, immer noch rechtfertigen. Wenn er die Anerkennung, die er braucht, dann nicht findet, so kann es geschehen, dass er zu erborgten Allüren greift, sich überschätzt und dadurch wie ein gutmütiges, aber etwas tollpatschiges Kind durch die Welt schreitet. Dies muss nicht sein, es kommt jedoch bei starken Löwebetonungen häufiger vor als bei stark gestellten Sonnenstellungen.
Richtig gelebt, finden wir beim Löwebetonten die typischen Qualitäten, die wir auch der Sonne zuschreiben, wie echte Strahlkraft, Grosszügigkeit und Bedürfnis nach freier Entfaltung. Die dazu notwendige Konzentration auf echte Werte des Selbstes wird am ehesten dann gewährleistet, wenn neben der Löwebetonung auch ein stark gestellter Saturn oder Pluto vorhanden ist. Dann sind die Voraussetzungen gegeben, damit die Persönlichkeit in Ruhe, d. h. über ausreichende Selbstkritik, allmählich zu echter Grösse heranreifen kann. So kann dieses Zeichen seinen Herrschaftsanspruch rechtfertigen, allerdings nicht bloss in Form einer Herrschaft über andere, sondern in Form der Herrschaft über sich selbst, indem der Löwebetonte gelernt hat, seine primitivsten Instinkte zu beherrschen.