Feng Shui - Spiel der Kräfte und Energien

Qi und Sha
Der Ansatz scheint klar: "Die Umgebung muß über gutes Qi (auch Chí, Tsi oder Ki) verfügen".

So einfach diese Aussage lautet, so komplex ist jedoch eine Erklärung des Begriffes Qi. Im Chinesischen findet er in einer Vielzahl von Bedeutungen Anwendung. Man bezeichnet mit ihm Dampf, Gas, Luft, aber auch allgemeiner lebensspendende Energie; um nur einen kleinen Teil der möglichen Begriffsinhalte herauszustellen.
Was jedoch im Zusammenhang mit Feng Shui wichtig ist, ist der gemeinsame Nenner: Qi fließt und bewegt sich in jeweils typischen Bewegungsmustern, die mit Ausnahme des Lichtes (Sonnenlicht wird z.B. Yang Qi genannt), sanfte Kurven beschreibt oder mäandert - also nicht geradlinig verläuft.

Man kann sich Qi vorstellen, wie das Blut im körperlichen Blutkreislauf. Es umspült und nährt jede Zelle des Körpers, sorgt dafür daß verbrauchtes Material abtransportiert wird und bringt gleichzeitig Nährstoffe an die dafür vorgesehenen Stellen. Es sollte nicht zu schnell und nicht zu langsam fließen, ersteres macht den Zellen unmöglich aufbauende Substanzen aufzunehmen, zweiters läßt Schlacken und abgestorbenes Material in den Zellen zurück. Genauso ist die Aufgabe von Qi in einem Haus oder einer Umgebung. Es soll jeden Winkel erreichen können, Verbrauchtes oder Störendes hinausschaffen und gleichzeitig frischen Wind hineinbringen. Wenn Qi ungehindert fließen kann, ermöglicht es den Bewohnern gesund und frohgesonnen zu bleiben und verhindert, daß ein Haus modrig, stickig und damit wenig einladend wird.
Mit Berücksichtigung der Lehren des Feng Shui werden für ein wohliges Heim die günstigsten Voraussetzungen geschaffen.

Yin und Yang
Inzwischen haben diese beiden Begriffe auch im Westen gehalten. Sie bezeichnen das Vorhandensein einer Polarität, d.h. das eine existiert ohne das andere nicht. Im ursprünglichen Sinne war in China Yin die Schatten- und Yang die -Sonnenseite eines Berges, was anschaulich die gegenseitige Bedingtheit verdeutlicht. Daraus abgeleitet steht Yin heute für das dunkle, kalte, empfangende weibliche und Yang für das helle, warme, schöpferische, männliche Prinzip (dies ist nur ein winziger Ausschnitt aus der Tiefgründigkeit dieser Begriffe und es soll betont sein, daß mit den jeweiligen Assoziationen keine Bewertung im westlichen Sinne einhergeht). Eine Harmonie entsteht nur dann, wenn Yin und Yang in gleichem Maße vorhanden sind und Beachtung finden.
Wir können dies im Verlauf der Jahreszeiten nachvollziehen. Nach dem Winter, der stärksten Yin-Phase des Jahres, keimt im Frühjahr das Yang, steigert sich zum Sommer, der größten Yang-Phase, um sich dann im Herbst wieder zurückzuziehen und zum Winter zu werden.

Bezogen auf das Wohlergehen eines Menschen und seiner Umgebung ist es auch hier nötig, daß Yin und Yang sich ausgleichen. Ein Haus, eine Wohnung, ein Garten sollte Räume haben, in denen möglich ist, schöpferisch tätig zu sein oder Gäste zu empfangen, in denen es laut und fröhlich zugehen kann, Räume die von Sonnenlicht durchflutet sind. Und umgekehrt brauchen Menschen für die Innere Harmonie, in ihrem Heim, Ort der Stille, der Zurückgezogenheit, Regeneration. Gleiches gilt auch für den Arbeitsplatz.