BAHYA
Der Einweihungsweg einer Schamanin

Einleitung

Eine Frau der zweiten Hälfte des 20. Jahrunderts bilanziert zur Halbzeit ihr Leben. Ein Mensch, aufgewachsen in den stürmischen Aufbaujahren nach dem Zweiten Großen Weltkrieg, sprengt die femininen Schablonen vorangegangener Epochen, mal mit inneren Ängsten und Zwiespälten, doch dann zusehens reifend mit forschem Vorwärtsdrang, neugierig, teils beharrlich, teils leichtfüßig tänzelnd führt ihr Weg überraschend zu einem so außergewöhnlichen Metier, welches beim unbedarften Leser sicher großes Staunen provozieren wird.

Ist ihr Weg rechtens? Kann er von der heutigen Gesellschaft akzeptiert werden? Ist er ein Vorbild - oder verwerflich - oder normal?

Welches Glück ist Greta zuteil, nicht im 18. Jahrhundert sondern heute leben zu dürfen! Und hatte sie doch vor zweihundert Jahren eine Inkarnation als Frau, mag diese ihrem freien Geist schlecht bekommen sein.
Trotz vieler Ungläubigkeiten, Zwiespälte und einer gehörigen Portion Eigensinn und Sturheit ging sie - rückblickend - folgerichtig - über das akademische Studium der philosophischen Wissenschaften in den Schamanismus hinein. Sie lernte schamanische Rituale und sich mit den Kräften der Natur und der Geisterwelt zu verbinden. Obwohl mit dem Verstand und mit unsentimentalem Kalkül agierend, funktioniert ihre Einflußnahme magisch und unwirklich Geschehnisse provizierend, die rational nicht zu erklären sind. Aber sie sind Wirklichkeit. Und Gretas Kraft und Überzeugung führt andere Suchende in die schamanische Weit der Energien.

Unbekümmert und mit entwaffnender Offenheit schildert sie sich selbst, hat sich vieler Tabus der gesellschaftlichen Gepflogenheiten ohne Scheu entledigt. Damit ist sie dem weiblichen Status zum Ende dieses 20. Jahrhunderts bereits einen großen Schritt voraus.

Greta, diese erstaunliche Frau, in der sich überzeugende Selbstsicherheit und Zweifel paaren, frische Jugendlichkeit und schamanische Weisheit vereint sind, die mit freiem Blick aus klaren Augen in die Weit schaut, ist dennoch für mich voller vieler Rätsel. Auch sie ist nicht ohne Widersprüche. Aber mit starken Schritten geht sie heute ihren Weg. Dabei verkörpert sie mir den Zerfall alter Normen und Werte und weist durch ihr Sein, Tun und Denken deutlich in das kommende Zeitalter des Wassermann, das der Menschheit eine grundsätzliche geistige Neuorientierung bringen wird, bei der dem Schamanismus eine ihm gebührende Zukunft erwachsen wird.

Ehlershausen, im Juli 1994

Horst Kosche

Ehrenpräsident der "Deutscben Gesellschaft
für Alternative Medizin "

 

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