1. Die deterministische, ereignisorientierte Astrologie
Diese Form war während der letzten Jahrhunderte wohl die verbreitetste Form astrologischer Betätigung. Die Menschen waren sehr lange in bezug auf Herkunft und gesellschaftliche Zugehörigkeit festgelegt und einem geschlechtlichen oder gesellschaftlichen Rollenverhalten unterworfen.
Für Astrologen waren in dieser Zeit eindeutige und treffende Aussagen und Vorhersagen relativ leicht zu tätigen.
Heute tut sich diese Form der Astrologie sehr schwer, weil der Mensch heute im Vergleich zu früher jedoch wesentlich mehr Entwicklungs- und Wahlmöglichkeiten hat. Die deterministische Astrologie wird dieser Entwicklung des Menschen nicht mehr gerecht, weil sie den Lebensweg des Menschen als von Anfang an vorbestimmt betrachtet und ihm eigentlich den freien Willen aberkennt.
2. Die psychologische Astrologie
Der Ansatz der psychologische Astrologie besagt, daß ein Geburtshoroskop Grundstrukturen der Psyche eines Menschen beschreiben kann, jedoch nicht die Entwicklungen, Ereignisse oder Verhältnisse, die aus diesen entstehen. Anders als bei der deterministischen Astrologie ist die Entstehung bestimmter Ereignisse oder Situationen bis zu einem gewissen Grad als eine Option möglich oder wahrscheinlich - auf keinen Fall aber unausweichlich!
So kann eine Grundqualität äußerlich in ihr Gegenteil umschlagen, wenn die Umwelt das Ausleben der Anlagen nicht duldet und sie unterdrückt. Sicherlich wird sie auch weiterhin im verborgenen wirken, der äußerliche Eindruck dieses Menschen wird jedoch ein ganz anderer sein, als der eines Menschen, bei dem genau die gleiche Grundqualität von seinem persönlichen Umfeld akzeptiert und gefördert wurde.
Besonders wichtig für die psychologische Astrologie ist es zu erkennen, mit welchen Komponenten seines Geburtshoroskops sich der Mensch identifiziert und annimmt, und welche er verdrängt oder ablehnt. Die abgelehnte oder verdrängten Qualitäten - so der nächste wichtige Ansatz der psychologischen Astrologie - werden dem Menschen in Form von Begegnungen und Außenweltsituationen so lange immer wieder begegnen, bis das Thema für den Betreffenden wirklich aufgearbeitet ist.
Die psychologische Astrologie sieht das Leben des Menschen als fortwährenden Prozeß mit wiederkehrenden Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen und damit ein Horoskop mehr als eine reinen Beschreibung der Stärken und Schwächen der KlientInnen.
3. Die spirituelle oder esoterische Astrologie
Die spirituelle oder esoterische Astrologie glaubt an einen Entwicklungsprozeß des Menschen, der nicht auf dieses Leben beschränkt ist. Gemäß dem hinduistischen und buddhistischen Konzept der Reinkarnation bietet jedes Leben, jede Inkarnation die Chance, etwas Neues zu lernen und an den gestellten Aufgaben zu wachsen. Somit ist auch das Geburtshoroskop keineswegs eine "zufällige" Entwicklung, sondern zeigt uns die Möglichkeiten, die wir für unser geistige Entwicklung und spirituelles Wachstum in diesem Leben haben. Eine Aufgabe der spirituelle Astrologie ist es nun, uns auf unsere Schwächen hinzuweisen und gleichzeitig in ihnen den Ansatz zu Wachstum und Vervollkommnung zu finden. Sie will uns zur Konfrontation mit allem Schattenbereichen und Ängsten unseres Dasein zwingen, da gerade die Bewältigung dieser unsere kosmische Entwicklung fördert. Ganz wichtig bei dieser Form der Astrologie ist die Unterscheidung zwischen dem Ego und dem Selbst. Das Ego, der launische Teil in uns, braucht eine Art Kontrollinstanz, die es uns ermöglicht, uns auch immer wieder selbst in Frage zu stellen.